Asthanga Yoga

Was kann Ashtanga-Yoga für dich bedeuten?

  • Vitalität und Dynamik
  • Kräftigung schwacher Körperbereiche
  • Entspannung und Ausgleich
  • Auffrischung von Bewusstsein und Seele
  • Förderung von Ausdauer und Konzentration
  • Dehnung des gesamten Bewegungsapparates
  • Stressabbau und Auszeit vom Alltag

Traditionelle Geschichte des Ashtanga Yoga bis zur eigenen Unterrichtspraxis

Die Tradition der aṣṭāṅgayoga - Körperarbeit nach Kṛṣnamācārya und Pattabhi Jois geht auf die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Pattabhi Jois, (* 26. Juli 1915 in Kowshika; † 18. Mai 2009 in Mysore) , lernte im Alter von 12 Jahren seinen Lehrer Śrī Tirumali Kṛṣnamācārya bei einer Yogavorführung kennen. Fasziniert vom Yoga widmete er sich dem Yogastudium bei seinem Guru. Nach einer Unterbrechung trafen die Beiden in Mysore wieder aufeinander und der Unterricht setzte sich fort. Pattabhi Jois studierte neben Sanskrit am College weiter intensiv Yoga bei Kṛṣnamācārya. Der Maharaja von Mysore unterstützte den Yogaunterricht, nachdem Kṛṣnamācārya die Heilkräfte des Yoga erfolgreich bei ihm einsetzte. Kṛṣnamācāryas Yoga Wissen beruhte auf eine Schrift namens Yoga Korunta. Der Inhalt dieser Schrift war Kṛṣnamācārya von seinem Lehrer Ramamoham Brahmachāri gelehrt worden. Von ihm hatte er von einem Schriftstück in der Bibliothek von Kalkutta erfahren, das Listen verschiedener Asana-Reihen und philosophische und technische Anweisungen enthalten sollte. Diese Schrift wird dem Seher Vamana zugeschrieben, dem wiederum das Wissen intuitiv von Kṛṣna direkt übertragen wurde. Das Alter der Yoga Korunta kann nicht genau bestimmt werden, da das auf Palmblätter verewigte Schriftstück immer wieder Abschriften notwendig machte, um den Verfall zu verhindern. Als Kṛṣnamācārya diese Yoga Korunta schließlich schwer beschädigt in Kalkutta fand, rekonstruierte er die fehlenden Stellen und gab die wichtigsten Prinzipien dieses Textes an Pattabhi Jois und seine Schüler weiter. Die Yoga Korunta gilt als die Quelle der ersten, zweiten und dritten Serie des Ashtanga Yoga.

Pattabhi Jois lehrte bis zum Jahre 1973 Yoga am College des Maharaja in Mysore, hier erhielt er auch eine Professur in Advaita Vedanta, einer der wichtigsten Richtung der indischen Philosophie. In seiner eigenen Schule, der Yoga Shala, unterrichtete Pattabhi Jois Mitte der sechziger und Anfang der siebziger Jahre die ersten Europäer und Amerikaner, welche das Ashtanga-Yoga-System aus Begeisterung weiter verbreiteten und immer mehr Interessierte nach Mysore kamen. 1962 veröffentlichte Pattabhi Jois sein Buch ‘Yoga Mala‘ indem er die wahre Natur des Yoga niederschreibt und die Asanas der ersten Serie genauestens darlegt, was für weiteres Interesse und Verbreitung gesorgt hat. Pattabhi Jois Tochter Saraswati und deren Sohn Sharath Rangaswamy unterrichten ebenfalls Yoga in der Shala.
Sohn Maju Jois lebt in den USA, wo er eine Yoga Schule in New York leitet. In der Yoga Shala wird im Mysore Stil unterrichtet, in der jeder Schüler selbständig in der jeweiligen Serie arbeitet, ganz individuell nach seinem persönlichen Rhythmus. Anfänger erlernen zunächst ausführlich die Sonnengrüße und danach die in der Serie folgenden Asanas. Später arbeitet man bis zu dem Asana, das man nicht beherrscht oder bis zum Ende der Serie, verlässt dann den großen Raum, um im Umkleideraum mit der Abschlusssequenz und der Schlussentspannung im Liegen fortzufahren. Eine zweite Unterrichtsform ist die led class. Hier werden alle asanas einer Serie mit entsprechender Ein- und Ausatmung angesagt und die Schüler versuchen, der Ansage des Lehrers genau zu folgen. Bei dieser Unterrichtsform werden hauptsächlich die Kondition und die Fähigkeit der Schüler, einem bestimmten Tempo zu folgen, trainiert Es setzt allerdings die Kenntnis der Serie voraus. Yoga-Lehrer, welche von Pattabhi Jois ausgebildet wurden, erhalten je nach Dauer des Aufenthaltes in Mysore entsprechende Qualifikationen (Autorisiert: 4 Jahre in Mysore, zertifiziert: 10 Jahre in Mysore). Ich unterrichte nach meiner vierjährigen Ausbildung in der ashtanga yogawerkstatt in Köln aṣtāṅga-vinyāsa-yoga.

Wichtig für die Umsetzung: vinyāsa-s, ujjāyī-Atmung, bandha-s, dṛṣṭi-s. Es wird traditionell im Mysore- und led-class praktiziert. Jeder Schüler wird individuell bei seiner persönlichen Praxis unterstützt und je nach körperlichen Voraussetzungen in der Entwicklung gefördert. Zu Grunde liegt ein genaues Alignment, also die Ausrichtung der Gelenke zueinander, und die passenden Adjustments zur Förderung der Praxis. Befürwortet wird das Üben der 1. Serie bis zu einem sogenannten Schlüsselasana, welches noch nicht optimal bzw. gesundheitsfördernd ausgeführt werden kann. Nach Umsetzung des entsprechenden āsana-s wird weiter in der Serie geübt. Meine eigene Praxis hat sich im Laufe der Ausbildung in der ashtanga yogawerkstatt und während des Unterrichts stark verändert. Die körperlichen Inhalte und die Erwartung an die Ergebnisse sind in den Hintergrund gerückt. Die Praxis, nur um der Praxis Willen, ist konzentrierter, entspannter und förderlicher. Aufgrund von körperlichen Problemen und Schmerzen war es sinnvoll behutsamer und präziser zu üben, um dem Körper und natürlich auch dem Geist mehr Zeit zu lassen. Die Einheiten bei meiner Lehrerin genieße ich seitdem meist in Ruhe in mich zurückgezogen. Ich lasse es geschehen. Mein Unterricht richtet sich auf die gesundheitsfördernde Umsetzung der āsanas mit passenden Adjustments. Jeder Schüler hat im traditionellen Ashtanga-Yoga-System die Möglichkeit sich optimal zu entwickeln, wenn er sich die Zeit dazu nimmt. Philosophische Ansätze in unserer schnell lebigen Zeit bringe ich gerne mit in den Unterricht ein. Ich sehe den Unterricht als aktive Entschleunigung.

Quellen: Guttandin, Yoga Aktuell, Februar-März, 2002, S.22 / http://www.ashtangayoga. Info, Tradition / Alfuß, Ashtanga Yoga, Berlin, 2006, S. 16

vinyāsa-s, ujjāyī-Atmung, bandha-s, dṛṣṭi-s

Die Aṣṭāṅgayoga-Praxis ist untrennbar von vinyāsa-s, ujjāyī-Atmung, bandha-s, dṛṣṭi-s. Bereits in der Yoga-Korunta wird beschrieben, dass alle Stellungen (āsana-s) durch eine festgelegte Abfolge miteinander verbunden sind und das Zusammenspiel von Atmung und Bewegung genauestens definiert ist. Ein vinyasa verbindet die einzelnen Positionen (āsana) wie die Perlen einer Kette und die Ujjayi-Atmung ist wie die Schnur im Zentrum der Kette. Durch die Verbindung von Atem und Bewegung wird der Körper in Wallung gebracht und ‘aufgeheizt‘. Dadurch wird ein Reinigungsprozess in Gang gesetzt, der sich über das Blut auf alle Organe des Körpers ausbreiten kann. Der Schweiß bringt Verbrauchtes nach außen. Die ujjayi-Atmung, welche auch siegreiche Atmung genannt wird, hat den Vorteil, dass der Atem ganz konzentriert gelenkt wird. Durch den rauschenden Ton, welcher erzeugt wird, wird zusätzlich die Konzentration gestärkt und Achtsamkeit geschult. Außerdem hat diese Methode der Atmung auch noch physiologisch gesehen einige Vorteile: Das Atmen durch die Nase filtert und reinigt die eingeatmete Luft und erwärmt sie, bevor sie in die Lungen gelangt. Die bandha-s haben zweierlei Wirkung: sie lenken ganz bewusst unsere Energien (prana) im Körper und stabilisieren damit auch unseren Körper. Wir nutzen mula-bandha, den Wurzelverschluss, welcher durch aktivieren des Afterschließmuskels erreicht wird und uddiyana-bandha, dass wir durch Einziehen des unteren Bauches (drei Finger breit unter dem Nabel) möglich machen. Die Kombination dieser beiden bandha-s mit der ujjayi-Atmung führt zu Stabilität im Rumpf und schafft Platz für eine tiefe Atmung. Jandhara-bandha wird bei prāṇāyāma-Techniken verstärkt angewendet und wird durch Absenken des Kinns und Zurückrollen der Zunge eingeleitet. Dieses bandha-s soll vermeiden, dass prana nach oben aus dem Körper entweicht. Dṛṣṭi-s lenken die Aufmerksamkeit ebenfalls weiter nach innen und fokussieren den Geist. Alle Bereiche zusammen bilden eine wertvolle Einheit, welche als solche zusammen genutzt, die aṣṭāṅgayoga-Praxis vom einfachen Ausführen von āsana-s zum eigentlichen Yoga machen. Quellen: Ashtanga Yoga, Berlin, 2006, S. 16 / http://www.ashtangayoga. Info, Tristana /Ashtanga Yoga, Berlin, 2006, S. 29